Befreiung durch Materie
Elias Franziskus Grüner
- Vernissage
- Montag, 17. November 2025
- Ausstellung
- 18. November 2025 – 19. Januar 2026
Die Serie „BUNTE STEINE“ ist dem Autor und Maler Adalbert Stifter gewidmet. Das erste Triptychon dieser Serie: „BUNTE STEINE. SCHICHT. SCHICHT. SCHICHT. HIMMELSSÄULE I, II und III“ wurde allein aus den Gesteinen erschaffen, welche die Titel der Erzählungen in „Bunte Steine“ von Adalbert Stifter prägen: Granit, Kalkstein, Turmalin, Bergkristall, Katzensilber und Bergmilch. Die weitere Ausarbeitung dieser Serie beschränken sich nicht allein auf diese Mineralien, sondern erfreuen sich an der Mannigfaltigkeit der Natur. Alle verwendeten Materialien, werden in einem Messingmörser, in endlosen Hieben zu Pigmenten geschlagen, mit denen im folgenden, die Bilder entstehen. Als Bindemittel greift der Künstler auf den ältesten Leim der Menschheitsgeschichte zurück: den Hautleim.
Der Künstler möchte auf die aufkommenden Thematiken: das Große und das Kleine, zurückkommen. Sie sind, aus der Sicht des Künstlers der Dinge, der Trieb und Ausgangspunkt der Kunst selbst. Es ist dem Künstler ein Anliegen, sich selbst mitsamt seiner Umgebung, durch seine künstlerische Ausschöpfung, hinweg von dem Kleinen, hin zu dem Großen zu führen. Denn: der Blitz, das Gewitter oder das Erdbeben reißen allein den Blick des „[…] Unkundigen und Unaufmerksamen mehr an sich, während der Geisteszug des Forschers vorzüglich auf das Ganze und Allgemeine geht und nur in ihm allein Großartigkeit zu erkennen vermag, weil es allein das Welterhaltende ist. Die Einzelheiten gehen vorüber, und ihre Wirkungen sind nach kurzem kaum noch erkennbar“ (Stifter, 1994)
Alle Erscheinungen, welche vorübergehen, d.h. alles Wahrnehmbare, alles, was Form ist, stellt das Kleine dar. Das Große, das Bewusstsein, welches unter den Schichten dieser kommenden und gehenden Kleinigkeiten liegt, ist jenes, zu welchem wir streben, jenes, dass uns schlussendlich befriedigt und dieses, was wir in Wahrheit sind. Dies wahrhaftig und allumfassend zu sehen und zu leben, ist für den Künstler das höchste Gut. Nichts kommt an die Erfülltheit dessen; nichts kann diese Erfülltheit mehr nehmen.